|
Am Zusammenlauf der beiden Römerstraßen von Günzburg und von Faimingen nach Augsburg legte - zu deren strategischer Absicherung - die damalige Weltmacht vor 2000 Jahren ein befestigtes Lager an. Der rechteckige Grundriß des Römerlagers bildete den alten Ortskern von Haldenwang, den der heutige Straßenverlauf noch deutlich nachzeichnet. Der Siedlungsplatz Haldenwang in der Gabelung zweier Fernverkehrsstraßen war keine Oase der Ruhe während der nachrömischen Jahrhunderte der Völkerwanderungszeit, gegen deren Ende Otto der Große 955 seine Heere hier durchschleußte, mit denen er die Schlacht auf dem Lechfeld entschied. Die zu Römerzeiten geschaffene Infrastruktur nutzte noch Ludwig der Bayer, als er sich 1324/25 während der Belagerung von Burgau hier verproviantierte, gar nicht zu reden von den Schweden in den 1630er Jahren, von den Völkerscharen, die im spanischen Erbfolgekrieg zur Schlacht bei Blindheim 1704 hier aufzogen, und von den französischen Truppen Napoleons im frühen 19. Jahrhundert.
Der Name Haldenwang taucht urkundlich erstmals um 1170 auf, als sich ein gewisser Marquardus nach dieser Siedlung “von Haldenwanc” benannte. Das “Gut Haldenwang”, bestehend aus “Burg vnd Dorff”, erscheint namentlich erstmals 1413, als es den Besitzer gewechselt hat. 1492, als Christoph Kolumbus Amerika entdeckte, zählte Haldenwang schon 43 Feuerstätten. Ein Drittel Jahrhundert später überlebten im Bauernkrieg unter denjenigen, die sich im “Leipheimer Haufen” produziert hatten, 36 Haldenwanger Mannen die berühmte Schlacht am Biberhaken. 315 Einwohner zählte der Ort im Jahre 1817, anno 1890 war die Zahl bereits auf 433 angestiegen. 1953 lebten rund 660 Einwohner unter großenteils sehr beengten Verhältnissen in der Nachkriegszeit, ehe in den 60er‑ und besonders den 70er‑Jahren der allgemeine Bauboom einsetzte, woraufhin sich der Siedlungsraum etwa vervierfacht hat.
Das Wahrzeichen Haldenwangs ist das um 1860 neogotisierte Schloß der Freiherren von Freyberg - im Ensemble mit der 1981 neuerbauten Zeltkirche und dem 1991 entstandenen (die Neugotik des Schlosses korrespondierenden) Rathaus. Haldenwang ist damit nicht nur Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde (mit den Orten Hafenhofen, Eichenhofen und Konzenberg) geworden, sondern Metropole der nach ihr benannten Verwaltungsgemeinschaft mit den selbständigen Gemeinden Dürlauingen, Landensberg, Röfingen und Winterbach, einem Zusammenschluß von insgesamt 14 vor 1978 einstmals selbständigen kleinen Gemeinden - mit insgesamt 6544 Einwohnern im Jahr 2000.
|